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12 BUDAPESTER ZEITUNG KULTUR 9. - 15. MÄRZ 2009 • NR. 11


TranzDanz: re-DNS

ALICE MÜLLER: Nicht das rechte Maß

Viel gewollt und wenig erreicht - die Tanzproduktion „re-DNS“ in der Choreographie von Gerzson Péter Kovács (siehe Interview in der BUDAPESTER ZEITUNg Nr. 9) glänzt mit sehr guten Tänzern und Musikern, ergibt aber kein zusammenhängendes Bild.

 

Bei Einlass stehen Musiker und Tänzer in der Ecke und warten, bis alle Platz genommen haben.Unprätentiös richten die drei Tänzer den nackten Bühnenraum ein, indem sie Scheinwerfer an den vorderen Bühnenrand stellen und sich dann auf ihre Position begeben. Die Musik hebt an, und die Musiker betreten eine Welt, in der Luft eine andere Konsistenz hat. Die Aufmerksamkeit des Publikums, die in diesem spannenden Auftakt entsteht, kann die Choreographie nicht durchgängig fesseln. Bereits im ersten Part zeigen sich die Schwächen des Abends: Mangelnde Rhythmuswechsel und zu wenig Diversifikation zwischen den einzelnen Tänzern verhindern, dass der Abend einen schlüssigen Gesamteindruck hinterlässt. Stattdessen folgen einzelne Tänze fast nach stereotypen Schemata aufeinander, die Tänzer rücken neue Scheinwerfer zurecht, stellen sich auf, die Musik beginnt und damit ein neues Stück.

Dabei zeigen die Tänzer ihr ganzes Können. Einerseits meistern sie die langsamen, sehr konzentrierten Bewegungen spannungsvoll, kleine Zitterarien mit Hand und Fuß sehr

ironisch. Bei den energetisch-dynamischen Tänzen, die ganz klar Volkstanzmustern folgen, zeigen sie ihre ganze Sprungkraft, Präzision und Ausdauer. Was fehlt, ist die nonverbale Kommunikation auf der Bühne, zwischen den Tänzern, aber auch zwischen Tänzern und Publikum. So kommt es, dass nach der Hälfte des Abends die Tänzer geradezu selbstvergessen der feingliedrigen Choreographie folgen und die Aufmerksamkeit des Publikums verlieren. Spannend sind hingegen die Momente, in denen die Choreographie den Volkstanz in die Bewegungsmuster aus einer Diskothek überführt, oder der Part, in dem die Tänzer mit zahlreichen Soli Volkstanzschritten bis zur Erschöpfung folgen.

Hervorragend ist auch die Musik, die die Tänzer begleitet. Schade nur, dass die Musik nur an einer Stelle den Hauptfokus bekommt. Insgesamt zeigt sich, dass Gerzson Péter Kovács viel versucht hat, aber vor den einzelnen Themen, die an dem Abend aufeinanderfolgen, den Zusammenhang verloren hat.

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Die Tänzer von TranzDanz.